Feuer in Produktionsstätte in Südbrookmerland- Übung

8. September 2019 | Kategorie: Einsätze, Neuigkeiten

Am Freitagabend um 19:09 Uhr wurde die Feuerwehr Uthwerdum zur Produktionshalle der Firma Groen & Janssen in das Gewerbegebiet Georgsheil (LK Aurich/Ostfriesland) alarmiert. Es galt dort, eine eingeklemmte Person unter einem umgestürzten Regalteil heraus zu retten. Bereits wenige Minuten später gingen weitere Notrufe ein, die besagten, dass es in der Produktionshalle zu einem Feuer gekommen sei und sich noch Personen darin befinden. Es wurden daraufhin die fünf Feuerwehren der Gemeinde Südbrookmerland alarmiert. Außerdem wurde der Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Aurich, der bei der Feuerwehr Middels stationiert ist, der Gerätewagen Großlüfter der Feuerwehr Wallinghausen, die Drehleiter der Feuerwehr Aurich und die DRK Bereitschaft Südbrookmerland mit der Schnelleinsatzgruppe Rettung alarmiert. Die Feuerwehren Oldeborg, Münkeboe/Moorhusen, Wiegboldsbur und Victorbur trafen nur wenige Minuten nach der erstalarmierten Feuerwehr Uthwerdum ein und erhielten Ihre Aufträge vom Einsatzleiter. Die weiteren alarmierten Kräfte folgten im Minutentakt. Für den Einsatzleiter war es eine unübersichtliche Lage, denn nicht nur Mitarbeiter der Firma waren bei diesem Unglück in der riesigen Halle mit mehreren Abteilungen in Gefahr. Eine Schulklasse führte zum Zeitpunkt des Unglückseintritts eine Besichtigung der Firma durch und wurde vom Feuer überrascht. Glücklicherweise handelte es sich bei diesem groß angelegten Einsatz der Feuerwehr um die Gemeindeübung der Freiwilligen Feuerwehr Südbrookmerland. Die realistsche Notfalldarstellungsgruppe des Jugendrotkreuzes Aurich, sorgte für ein echt wirkendes Szenario. Brandverletzungen, Frakturen und Personen, die einen Schock erlitten, waren nicht nur real geschminkt. Sie mimten zu ihren jeweiligen Verletzungen und psychischen Verfassungen Symptome, wie sie im wirklichen Leben vorkommen. Während mehreren Trupps der Feuerwehr, die mit hydraulischen Rettungsgerät am Lagerregal vorgingen und die eingeklemmten „Opfer“ aus ihrer misslichen Lage zu befreien, waren eine Vielzahl von Trupps unter Atemschutzgerät damit beschäftigt, die Jugendgruppe aus dem verrauchten Produktionsteil zu retten. Unter anderem mussten zwei 80 Kilogramm schwere Dummis gerettet werden, in dem wie ein Labyrinth wirkenden Produktionsteil, da hier eine hohe Anzahl von Regalen und Maschinen bei übermäßig geringer Sicht standen. Feuerwehr und Sanitätskräfte des DRK arbeiteten bei der Vielzahl an Verletzten Seite an Seite. Insgesamt mussten 16 Personen in diesem Szenario medizinisch versorgt werden. Der Vorteil der ausschließlich Freiwiliigen Feuerwehr bringt viele Berufsgruppen zusammen, dieses zeigt sich oft als sehr hilfreich. In diesem Fall waren die medizinischen Berufsgruppen in den Feuerwehren neben der Brandbekämpfung und der Menschenrettung auch im Bereich weiterführenden Notfallversorgung gefordert. Von Außen wurde eine Brandbekämpfung vorgenommen, sowie eine Abriegelung der nicht betroffenen Gebäudeteile vom Feuer, mittels massivem Wassereinsatz. Dazu wurde ein Wasserwerfer und die Drehleiter genutzt. Dazu mussten mehrere hundert Meter Schlauch bei strömenden Regen verlegt werden. Aber auch hier zählte der Sinn einer solchen Übung und jede Einsatzkraft erledigte seinen „Job“, ohne zu murren. Der Gerätewagen Großlüfter sorgte rasch für freie Sicht in der Halle, nachdem die Einsatzlage die Anwendung des Gerätes zuließ. Somit konnten weitere in Gefahr befindliche Personen rasch gerettet werden. Die Übung war gegen 21:30 Uhr beendet und wurde von Inhaber der Firma Groen & Janssen Holger Groen als hervorragend bezeichnet. Groen zeigte sich begeistert, wie rasch die Feuerwehren vor Ort waren, obwohl es sich ausschließlich um Freiwillige Feuerwehren handelt. Im Landkreis Aurich sind nur Freiwillige Feuerwehren am Werk und es sollte somit noch selbstverständlicher sein, den Feuerwehren Möglichkeiten zur Übung zur Verfügung zu stellen, so Groen. Alle würden davon Profitieren. Die Feuerwehren durch die Übung und die Firmen als Vorbereitung für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall. Die rund 120 Einsatzkräfte ließen daraufhin einen donnernden Applaus los. Gemeindebrandmeister Focko Westerbur war mehr als zufrieden mit dem Übungsverlauf. Es habe für eine solch unübersichtliche Einsatzlage eine hervorragende Abarbeitung der Szenarien stattgefunden und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ortswehren, sowie dem DRK, sei einwandfrei verlaufen.

Textw Manuel Goldenstein

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